Beraterhaftung und Schätzungen

Schätzungen und Beraterhaftung

In Brinkmann, Schätzungen im Steuerrecht, 3Auf. Seite 116 erfolgt ein Beraterhinweis wie folgt:

„Wenn der Unternehmer seine Buchführung und seine steuerlichen Erklärungspflichten – soweit wie möglich- auf seinen Steuerberater verlagert, reduziert er dadurch das Risiko einer fehlerhaften Buchführung  und damit von Nachzahlungen aufgrund von Hinzuschätzungen. Das ist für den Einzelunternehmer  wichtig, aber auch für den GmbH-Geschäftsführer relevant, weil er seine eigene Haftung für Steuerschulden der nach ihrer Insolvenz verhindert bzw. seine Pflichtverletzung nicht vorsätzlich und nicht grob fahrlässig ist. „

Der Unternehmer kann also ein Teil seines Risikos geschätzt zu werden oder vom Insolvenzverwalter in Anspruch genommen werden, auf den Steuerberater verlagern. Aber die Verpflichtung zur Führung eines ordnungsgemäßen Kassenbuches bleibt beim Kaufmann ( So OLG Oldenburg Az: 7 U 721/87). Auch die Kalkulation einzelner Artikel ist nicht Aufgabe des Beters, sondern des Kaufmanns.

Aber eine fehlerhafte Buchführung kann zur Haftungsgefahr eines Steuerberaters  führen. Zu prüfen wäre dann im Einzelfall, ob eine Klage auf Schadensersatz aus Beraterhaftung erfolgversprechend  wäre.