Umsatzsteuernachschau

Umsatzsteuernachschau

Was ist eine Umsatzsteuernachschau?

Geregelt ist die Umsatzsteuernachschau in § 27 b Umsatzsteuergesetz( UStG). Die Norm erklärt sehr gut die vorangestellte Fragestellung, wie folgt:

Zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Festsetzung und Erhebung  der Umsatzsteuer können die damit betrauten Amtsträger der Finanzbehörde ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können.
Wohnräume dürfen nur mit Zustimmung bzw. gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung betreten  werden.

§ 27 b Abs. 2 UStG sagt weiter: Soweit dies zur Feststellung einer steuerlichen Erheblichkeit zweckdienlich ist, haben die von der Umsatzsteuernachschau betroffenen Personen den damit betrauten Amtsträgern auf Verlangen Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden über die der Umsatzsteuernachschau unterliegenden Sachverhalte vorzulegen und Auskünfte zu erteilen.
Nach § 27 b Abs. 3 UStG kann wenn die Feststellungen der Nachschau dazu Anlass geben, ohne Prüfungsanordnung in eine Außenprüfung übergegangenen werden.

Was ist Anlass einer UST- Nachschau?

Anlass zu einer USt- Nachschau können geben berichtigte oder nicht plausible Umsatzsteuervoranmeldungen oder seit dem angegeben Geschäftsbeginn überhaupt keine abgegeben Umsatzsteuervoranmeldungen. Auch nicht erklärte Abweichungen zur USt – Jahresmeldung könnten der Anlass sein.

Oftmals besteht aber nicht einmal ein konkreter  Anlass, die Finanzverwaltung möchte einfach nur prüfen, ob ein Geschäft bzw. Geschäftsträume vorliegen oder ob es sich lediglich um eine sog. Briefkastenadresse handelt.

Wie sollten Sie sich verhalten, bei einer USt-Nachschau?

Zeigen Sie dem Prüfer bereitwillig die Geschäftsräume, geben Sie keine überflüssigen Auskünfte, die Prüfung soll auf den Prüfungsgegenstand und den Prüfungszeitraum beschränkt bleiben. Überlassen Sie dem freiwillig keine Geschäftsunterlagen, die er/sie mitnehmen will.

Kontaktieren Sie einen  Fachanwalt für Steuerecht / Steuerberater, mit dem Sie das weitere Vorgehen besprechen können.

 


 

 

§ 27b Umsatzsteuer-Nachschau

(1) Zur Sicherstellung einer gleichmäßigen Festsetzung und Erhebung der Umsatzsteuer können die damit betrauten Amtsträger der Finanzbehörde ohne vorherige Ankündigung und außerhalb einer Außenprüfung Grundstücke und Räume von Personen, die eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausüben, während der Geschäfts- und Arbeitszeiten betreten, um Sachverhalte festzustellen, die für die Besteuerung erheblich sein können (Umsatzsteuer-Nachschau). Wohnräume dürfen gegen den Willen des Inhabers nur zur Verhütung dringender Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung betreten werden.

(2) Soweit dies zur Feststellung einer steuerlichen Erheblichkeit zweckdienlich ist, haben die von der Umsatzsteuer-Nachschau betroffenen Personen den damit betrauten Amtsträgern auf Verlangen Aufzeichnungen, Bücher, Geschäftspapiere und andere Urkunden über die der Umsatzsteuer-Nachschau unterliegenden Sachverhalte vorzulegen und Auskünfte zu erteilen. Wurden die in Satz 1 genannten Unterlagen mit Hilfe eines Datenverarbeitungssystems erstellt, können die mit der Umsatzsteuer-Nachschau betrauten Amtsträger auf Verlangen die gespeicherten Daten über die der Umsatzsteuer-Nachschau unterliegenden Sachverhalte einsehen und soweit erforderlich hierfür das Datenverarbeitungssystem nutzen. Dies gilt auch für elektronische Rechnungen nach § 14 Absatz 1 Satz 8.

(3) Wenn die bei der Umsatzsteuer-Nachschau getroffenen Feststellungen hierzu Anlass geben, kann ohne vorherige Prüfungsanordnung (§ 196 der Abgabenordnung) zu einer Außenprüfung nach § 193 der Abgabenordnung übergegangen werden. Auf den Übergang zur Außenprüfung wird schriftlich hingewiesen.

(4) Werden anlässlich der Umsatzsteuer-Nachschau Verhältnisse festgestellt, die für die Festsetzung und Erhebung anderer Steuern als der Umsatzsteuer erheblich sein können, so ist die Auswertung der Feststellungen insoweit zulässig, als ihre Kenntnis für die Besteuerung der in Absatz 1 genannten Personen oder anderer Personen von Bedeutung sein kann.

Fassung aufgrund des Steuervereinfachungsgesetzes 2011 vom 01.11.2011 (BGBl. I S. 2131) m.W.v. 01.07.2011.